Ständige Reserve

Die Europäische Union hat erstmals in ihrer Geschichte einen eigenen uniformierten Dienst: die ständige Reserve der Europäischen Grenz- und Küstenwache. Die Frontex-Bediensteten der Grenz- und Küstenwache sind auf das Beste ausgebildet und mit der neuesten Technologie ausgestattet; so sind sie auf die Herausforderungen an den Grenzen vorbereitet und tragen dazu bei, dass der Schengen-Raum in Europa reibungslos funktioniert.

Dazu gehören die Unterstützung bei der Migrationssteuerung, bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität und bei Rückführungsmaßnahmen sowie die Unterstützung der nationalen Behörden bei der Gewährleistung eines sicheren und reibungslosen Grenzübertritts für alle Reisenden.

Die Bediensteten der ständigen Frontex-Reserve der Grenz- und Küstenwache arbeiten unter der Leitung der nationalen Behörden des Landes, in dem sie eingesetzt werden. Sie können an den Außengrenzen der EU-Mitgliedstaaten eingesetzt oder in Drittstaaten entsandt werden, sofern der jeweilige Staat eine Statusvereinbarung mit der EU unterzeichnet hat. Bedienstete der ständigen Frontex-Reserve sind an Land- und Seeaußengrenzen sowie an internationalen Flughäfen und am Hauptsitz der Agentur in Warschau anwesend.

Die Bildung der ständigen Reserve ist eine wichtige Errungenschaft der europäischen Integration. Sie führt auch zu einer tatsächlichen Umgestaltung von Frontex, da demnächst mehr Frontex-Mitarbeiter vor Ort arbeiten werden als in der Zentrale, wodurch ein wahrhaft operativer Arm der EU entsteht.


Wesentliche Aufgaben

Die ständige Reserve der Europäischen Grenz- und Küstenwache trägt dazu bei, den Schengen-Raum als weltweit größten freien Reiseraum stärker und widerstandsfähiger zu machen.

Dauerhaft unterstützt die ständige Reserve Grenzkontrollen und das Migrationsmanagement u. a. durch Überprüfung der Staatsangehörigkeit, Registrierung und Abnahme von Fingerabdrücken. Ihre Bediensteten tragen dazu bei, illegale Drogen, Schusswaffen und andere illegale Aktivitäten an den Grenzen aufzudecken. Viele Mitglieder der ständigen Reserve sind mit der Rückführung von Menschen, die sich illegal in Europa aufhalten, befasst. Die Bediensteten verfügen über exekutive Befugnisse zur Durchführung von Grenzkontrollen und können eine Schusswaffe mit sich führen.


Kategorien

Die ständige Reserve besteht aus vier Kategorien von Bediensteten. Dazu gehören Frontex-Mitarbeiter und Bedienstete, die von den Mitgliedstaaten im Rahmen lang- oder kurzfristiger Missionen in die Agentur entsandt werden, sowie eine Reserve, die im Krisenfall aktiviert werden kann.

Bis 2027 wird die ständige Reserve der Europäischen Grenz- und Küstenwache insgesamt 10 000 Personen umfassen, davon gehören 3000 Bedienstete der ersten Kategorie – Frontex-Mitarbeiter – an. Die übrigen 7000 Bediensteten werden aus den EU-Mitgliedstaaten entsandt.

Kategorie 1: Grenzschutzbeamte, die direkt von Frontex als ihre Bediensteten eingesetzt werden und entsprechend ihrem Profil regelmäßig zu Grenzschutzmissionen entsandt werden

Kategorie 2: Von den Mitgliedstaaten langfristig abgeordnetes Personal

Kategorie 3: Von den Mitgliedstaaten kurzfristig abgeordnetes Personal

Kategorie 4: Reserve von Grenzschutzbeamten der EU-Mitgliedstaaten, die Frontex für den schnellen Einsatz im Grenzmanagement zur Verfügung stehen.


Profile und Laufbahnentwicklung

Alle Bediensteten der ständigen Reserve erhalten eine Grundausbildung, um auf die Entsendung in Einsatzgebiete vorzubereitet zu werden. So wird sichergestellt, dass die Bediensteten über die erforderlichen Fähigkeiten zur Zusammenarbeit in den jeweiligen Einsatzgebieten verfügen und dabei das geltende EU-Recht und die ethischen Standards in vollem Umfang einhalten.

Nach der Grundausbildung absolvieren die Bediensteten der ständigen Reserve während ihrer gesamten Laufbahn verschiedene Arten von Spezialausbildung.

Die Bediensteten können sich auf die Erkennung gefälschter Dokumente, die Unterstützung bei Rückführungsaktionen oder die Unterstützung beim Ausfindigmachen gestohlener Fahrzeuge spezialisieren. Andere Bedienstete können im Bereich der Sammlung von Informationen oder der Erhebung von Daten über kriminelle Netze tätig sein.

Bedienstete der ständigen Reserve werden während ihrer gesamten Laufbahn die Möglichkeit haben, ihr Profil mit neuen Kompetenzen entsprechend ihrer Erfahrungen zu erweitern, aber auch neue Aufgaben wahrzunehmen, die ihnen die Möglichkeit geben, umfassende Erfahrungen mit dem integrierten Grenzmanagement zu sammeln.


Rechtsgrundlage

Die ständige Reserve wurde durch die Verordnung (EU) 2019/1896 vom 13. November 2019 über die Europäische Grenz- und Küstenwache eingerichtet.


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